Ein letzter Vormittag in Astrid Lindgrens Värld
Bevor wir uns an diesem Tag Astrid Lindgren selbst und ihrer Geschichte widmeten, zog es uns noch einmal zurück in Astrid Lindgrens Värld.
Ein paar der wichtigsten Theaterstücke hatten wir bisher noch nicht gesehen – und natürlich konnten wir Vimmerby nicht verlassen, ohne auch diese noch mitzunehmen.
Und eines können wir nach unserer Zeit im Park wirklich sagen: Es lohnt sich, so viele Stücke wie möglich anzuschauen.
Die Musik, die Atmosphäre und vor allem die Schauspieler sind einfach großartig. Man steht nicht nur daneben und schaut zu, sondern fühlt sich für einen Moment wirklich mittendrin in den Geschichten.
An diesem Tag fiel uns noch etwas Besonderes auf: Einige der Theaterstücke wurden sogar in Gebärdensprache begleitet. Das fanden wir richtig toll – denn so konnten noch mehr Menschen die Geschichten und die besondere Atmosphäre der Aufführungen miterleben.
Und nicht nur auf den Bühnen war an diesem Tag einiges los. Gefühlt wartete an jeder Ecke des Parks die nächste Überraschung auf uns: Überall standen kleine Bands und spielten schwedische Musik.
Mal hörte man die Musik schon von Weitem, mal lief man einfach um die nächste Ecke und stand plötzlich mittendrin.
Das gab unserem letzten Vormittag noch einmal eine ganz besondere Stimmung und machte den Park für uns irgendwie noch lebendiger.
Ein richtig schöner Abschluss unserer Zeit in Astrid Lindgrens Värld.
Und dann lernte ich an diesem Morgen noch etwas, das ich wirklich gerne früher gewusst hätte.
Wer sich im Park einen Kaffee kauft, kann diesen den ganzen Tag über wieder auffüllen. Das hatte ich tatsächlich erst an unserem letzten Tag erfahren und war ziemlich überrascht über dieses Angebot.
Also ein kleiner Tipp von mir: Falls ihr einmal Astrid Lindgrens Värld besucht und genauso gerne Kaffee trinkt wie ich – merkt euch das! ☕😉
Nach unserem letzten Vormittag im Park ging es zurück zu unserer Kleinen Freiheit. Dort machten wir erst einmal Mittagspause und stärkten uns.
Und die war auch nötig.
Denn nach all den Theaterstücken, Geschichten, Figuren und Eindrücken der vergangenen Tage waren vor allem Ronja und Lotta irgendwann einfach voll im Kopf. So schön alles war – irgendwann kann man einfach nichts Neues mehr aufnehmen.
Aber einen Wunsch hatten die beiden trotzdem noch:
„De ville absolut besöka Astrid Lindgrens Näs.“ 🇸🇪
Oder auf Deutsch:
Astrid Lindgrens Näs wollten sie unbedingt besuchen.
Und so wollten wir nach all den Geschichten, Figuren und Theaterstücken endlich mehr über die Frau erfahren, mit der all das einmal begonnen hatte: Astrid Lindgren.
„Ich möchte für eine Leserschaft schreiben, die Wunder erschaffen kann. Kinder erschaffen Wunder, wenn sie lesen.“
— Astrid Lindgren—
Auf dem Weg zu Astrid Lindgrens Näs
Dann war es endlich so weit: Wir machten uns zu Fuß auf den Weg zu Astrid Lindgrens Näs. Weit hatten wir es nicht, und so konnten wir ganz gemütlich hinüberspazieren.
Unsere Führung hatten wir bereits im Voraus reserviert. Deshalb mussten wir uns um die Tickets vor Ort keine Gedanken mehr machen und konnten ganz entspannt ankommen.
Und obwohl wir erst zwei Tage zuvor schon einmal hier gewesen waren, fühlte sich dieser Besuch irgendwie anders an.
Damals hatten wir uns ganz spontan auf dem Gelände umgesehen, waren durch den Garten spaziert und hatten einen ersten Eindruck von diesem besonderen Ort bekommen. Dieses Mal waren wir aber mit einem ganz anderen Ziel hier: Wir wollten mehr über Astrid Lindgren erfahren. Wir wollten endlich Antworten auf die Fragen bekommen, die uns seit unserem ersten Besuch beschäftigten:
- Wie war Astrid Lindgren eigentlich als Mensch?
- Wie sah ihre eigene Kindheit hier in Vimmerby aus?
- Wie viel von ihr selbst steckt in Pippi, Michel, Ronja, Lotta und all den anderen Figuren?
- Und wie wurde aus dem Mädchen, das hier in Näs aufwuchs, eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen der Welt?
Dann begann unsere Führung – und schon nach den ersten Minuten wussten wir: Wir hatten richtig Glück.
Geführt wurden wir von einer unglaublich sympathischen Frau, deren Namen ich hier ganz bewusst nicht nennen möchte. Aber eines muss ich über sie erzählen: Diese Frau brennt für Astrid Lindgren und ihre Geschichten.
Und genau das spürte man bei jedem Satz.
Sie erzählte nicht einfach irgendwelche auswendig gelernten Daten und Fakten. Sie erzählte von Astrid Lindgren, ihrem Leben und ihren Geschichten mit einer solchen Begeisterung und Wärme, dass man ihr einfach zuhören wollte.
Und das Besondere daran: Sie schaffte es vom ersten Moment an, auch die Kinder mitzunehmen.
Nicht nur Ronja und Lotta waren sofort dabei. Auch die anderen Kinder in unserer Gruppe verfolgten gespannt, was sie zu erzählen hatte. Ihre Art war so lebendig und mitreißend, dass die Neugier auf Astrid irgendwie auf uns alle übersprang.
Und genau damit hatte sie uns: Groß und Klein wollten wissen, wie Astrids Geschichte hier in Näs begann.
Alles begann am Pfarrhaus
Unsere Erkundung begann am Pfarrhaus – und überraschenderweise ging es dort zunächst gar nicht um Astrid selbst.
Es ging um Samuel August und Hanna, Astrids Eltern: darum, wie die beiden sich kennenlernten und wie ihr gemeinsames Leben auf Näs seinen Anfang nahm.
Und schon hier wurde deutlich, wie viel Astrid später aus ihrer eigenen Kindheit schöpfte. Gerade bei den „Kindern aus Bullerbü“ erkannten wir plötzlich Orte, Menschen und Erlebnisse wieder, die ihren Ursprung genau hier hatten.
Und genau da wurde es für uns immer spannender: Wir standen an einem Ort, der später ein Stück Bullerbü werden sollte.
Mehr möchte ich an dieser Stelle aber ganz bewusst nicht verraten. Denn genau diese kleinen Geschichten, Zusammenhänge und Details machten die Führung für uns so besonders.
Vielleicht solltet ihr sie genauso hören, wie wir sie gehört haben: direkt dort in Näs.
Denn wer nach Vimmerby kommt und wirklich mehr über Astrid Lindgren, ihre Familie und die Geschichten hinter ihren Geschichten erfahren möchte, dem können wir nur sagen:
Besucht Näs und entdeckt selbst, wie viel von Astrids Leben hier seinen Ursprung hatte.
Vom Pfarrhaus aus führte uns der Weg durch den wunderschönen Garten weiter zu einem besonderen Ort: Astrid Lindgrens Geburtshaus.
Und spätestens hier wurde uns noch einmal bewusst, wo wir eigentlich gerade standen.
Hier wurde Astrid Lindgren geboren.
Hier ist sie aufgewachsen.
Hier verbrachte sie ihre Kindheit.
Das hier war nicht irgendeine Kulisse und keine nachgebaute Welt aus einem ihrer Bücher.
Das war das echte Näs.
Das Haus, in dem Astrid als Kind gelebt hatte.
Und genau dieses Haus kann man nicht einfach auf eigene Faust besichtigen. Hinein kommt man nur im Rahmen einer Führung.
Für uns machte das den Moment noch einmal besonderer. Zwei Tage zuvor hatten wir draußen gestanden, uns alles angesehen und uns gefragt, wie Astrids Leben hier wohl ausgesehen hatte.
Und nun durften wir tatsächlich hineingehen.
Durch die Tür in das Haus, in dem Astrids eigene Geschichte einmal begonnen hatte.
Wir betraten das Haus durch den Hintereingang – genau dort, wo früher auch die Mägde und Knechte ein- und ausgingen.
Und dann waren wir tatsächlich drin.
Im Geburtshaus von Astrid Lindgren.
Ich kann dieses Gefühl bis heute nur schwer in Worte fassen.
Wir gingen durch dieselben Räume, standen zwischen denselben Wänden – und irgendwie fühlte es sich an, als würden wir sogar dieselbe Luft atmen.
Fast so, als würden all die Ideen, Gedanken und Wörter, aus denen irgendwann ihre Geschichten entstanden, noch immer irgendwo in diesen Räumen schweben.
Und plötzlich war Astrid Lindgren für mich nicht mehr nur die berühmte Schriftstellerin, deren Bücher wir alle kennen.
Vor meinem inneren Auge war sie wieder die kleine Astrid.
Eigentlich wartete man nur darauf, dass sie jeden Moment mit ihren Geschwistern um die Ecke kommt, lachend durch das Haus läuft und sie gemeinsam „Giggse Giggse Huh“ spielen.
Natürlich wusste ich, dass das nicht passieren würde.
Aber für einen kleinen Moment fühlte es sich genauso an.
Ein kleiner Blick in Astrids Kindheit
Gemeinsam mit unserer Führerin gingen wir weiter durch die Räume des Hauses – durch die Küche, in der sich ein großer Teil des täglichen Lebens abspielte, und durch die Zimmer, in denen Astrid mit ihren Geschwistern aufwuchs, schlief, spielte und jede Menge Unsinn machte.
Wir hörten von ihren gemeinsamen Spielen, davon, dass „Nicht den Boden berühren“ schon damals für Begeisterung sorgte, von einer Mutter, die ihre Kinder einfach Kinder sein ließ, und sogar von einem Klavier, an dem Astrid eigentlich üben sollte – aber offenbar nicht immer besonders gerne.
Und dann war da noch die Geschichte von Astrids erster ganz persönlicher Mutprobe.
Die verrate ich euch an dieser Stelle allerdings noch nicht.
Denn dafür müssen wir später noch einmal zurück an einen Ort, den wir bereits zwei Tage zuvor besucht hatten: den Friedhof von Vimmerby.
Natürlich begegneten uns im Haus auch immer wieder Bücher – Bücher, die Astrid selbst gelesen hatte, und jene Geschichten, die sie später einmal schreiben würde. Das Lesen gehörte schon sehr früh zu ihrem Leben und sollte sie von da an nie mehr loslassen.
Viel mehr möchte ich euch über das Innere des Hauses aber gar nicht erzählen.
Denn gerade die kleinen Geschichten und Anekdoten unserer Führerin machten diesen Rundgang so besonders. Und falls ihr Näs irgendwann selbst besucht, sollt ihr sie dort hören können – in genau den Räumen, in denen ein Teil davon tatsächlich passiert ist.
Schließlich verließen wir Astrids Geburtshaus durch den eigentlichen Hauseingang und standen wieder draußen im Garten von Näs.
Aber unsere Reise durch Astrid Lindgrens Geschichte war noch lange nicht zu Ende.
Näs war viel mehr als nur das Geburtshaus
Nachdem wir das Geburtshaus verlassen hatten, führte uns unser Weg als Nächstes in den Tischlerschuppen.
Dort konnten wir uns anhand eines Modells anschauen, wie der Hof Näs zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgesehen hatte. Und plötzlich bekam das, was wir während der Führung gehört hatten, noch einmal ganz andere Dimensionen.
Im Tischlerschuppen wurde außerdem ein Film über die Entstehung von Emil aus Lönneberga – unserem Michel – gezeigt. Nach unserem Besuch in Katthult war das natürlich noch einmal besonders spannend für uns.
Danach ging es weiter zu einem Ort, bei dem wohl jeder Pippi-Langstrumpf-Fan sofort hellhörig wird: dem Limonadenbaum.
Auch dafür fand Astrid die Vorlage hier auf Näs – und natürlich mussten wir ihn uns anschauen.
Anschließend ging es weiter zur Schaukel unter dem großen Baum.
Und während wir dort hin und her schaukelten, fühlten wir uns für einen kurzen Moment tatsächlich selbst ein bisschen wieAstrid als Kind.
Wir blickten über Näs und stellten uns vor, wie es wohl gewesen sein musste, hier aufzuwachsen. Über den Hof zu laufen, mit den Geschwistern zu spielen und all das, was heute für uns Geschichte ist, einfach als ganz normalen Alltag zu erleben.
Danach schlenderten wir noch weiter über Näs – und erst dabei wurde uns so richtig bewusst, wie groß dieser Hof früher einmal gewesen sein musste.
Das Modell im Tischlerschuppen hatten wir noch vor Augen, und während wir nun selbst über das Gelände liefen, versuchten wir uns vorzustellen, wie es hier zu Astrids Kindheit ausgesehen hatte.
Heute ist Vimmerby ganz nah an Näs herangewachsen. Doch damals war das noch ganz anders. Die Stadt lag ein gutes Stück entfernt und rund um Näs erstreckte sich der große Hof.
Wenn man heute dort steht, muss man sich das erst einmal bewusst machen: Wo inzwischen Straßen und Häuser zu Vimmerby ganz selbstverständlich dazugehören, war zu Astrids Kindheit noch viel mehr Platz rund um Näs.
Und plötzlich bekam man eine Vorstellung davon, wie groß Astrids kleine Welt hier eigentlich gewesen war.
Eine Welt, in der sie mit ihren Geschwistern aufwuchs, spielte, Abenteuer erlebte – und aus der sie später so vieles mit in ihre Geschichten nahm.
Bevor wir Näs schließlich verließen, schauten wir uns noch einen Film über Astrid Lindgrens Leben an.
Der Film war auf Englisch und erzählte ein wenig davon,wie ihr Leben nach ihrer Zeit auf Näs weiterging und sie schließlich nach Stockholm kam.
Das war eigentlich ganz passend, denn während sich unser Besuch auf Näs vor allem um Astrids Kindheit gedreht hatte, bekamen wir hier zum Abschluss noch einen kleinen Einblick in das, was danach kam.
Aber für uns blieb Näs vor allem eines:
Der Ort, an dem wir die kleine Astrid kennengelernt hatten.
Astrids ganz persönliche Mutprobe
Erinnert ihr euch noch an die Mutprobe, von der ich euch im Geburtshaus erzählt habe?
Jetzt wird es Zeit, dieses kleine Geheimnis zu lüften.
Die kleine Astrid hatte Angst vor Gespenstern. Ihre Schwester erklärte ihr irgendwann, dass Gespenster – wenn es sie denn überhaupt gäbe – nur zu einer ganz bestimmten Uhrzeit an einem ganz bestimmten Ort auftauchen würden: auf dem Friedhof.
Und was macht man, wenn man wissen möchte, ob das wirklich stimmt?
Natürlich macht man sich auf den Weg dorthin.
Also gingen Astrid und ihre Schwester los. Im Dunkeln. Zu Fuß. In der Kälte. Bis zum Friedhof von Vimmerby, der damals noch ein ganzes Stück von Näs entfernt lag.
Dort angekommen waren die beiden tatsächlich ganz allein auf dem dunklen Friedhof.
Gespenster?
Keine.
Angst?
Davon jede Menge.
Aber sie blieben dort – und hatten damit ihre ganz eigene Mutprobe bestanden.
Als wir diese Geschichte bei der Führung hörten, mussten wir natürlich sofort an unseren Besuch auf genau diesem Friedhof zwei Tage zuvor denken.
Und vielleicht ist es nur Zufall. Vielleicht aber auch nicht: Astrid Lindgren ging auch später gerne über Friedhöfe spazieren.
Irgendwie musste ich dabei schmunzeln, denn genau das mache ich auch gerne – gemeinsam mit Ronja und Lotta.
Noch einmal zurück zu Astrids Grab
Und genau deshalb führte uns unser Weg nach Näs an diesem Tag noch einmal zurück auf den Friedhof von Vimmerby.
Nicht, weil wir nun selbst nach Gespenstern suchen wollten.
Sondern weil wir noch einmal zu Astrid Lindgrens Grab wollten.
Bei unserem ersten Besuch zwei Tage zuvor war dort ziemlich viel los gewesen. Damals hatten wir schon den Briefkasten entdeckt, in den Besucher Briefe und persönliche Worte für Astrid einwerfen können.
Und noch etwas war uns aufgefallen: ein Anker.
Darauf hatte Lina von Lina.Herzenslicht ganz persönliche Worte für Astrid geschrieben.
Schon beim ersten Mal hatten wir sie gesehen. Aber irgendwie fühlte es sich in diesem Moment nicht richtig an, dort zwischen all den anderen Besuchern stehen zu bleiben und die Worte gemeinsam laut zu lesen.
Also ließen wir sie erst einmal dort.
Zwei Tage später standen wir wieder vor Astrids Grab.
Diesmal mit all den Geschichten über die kleine Astrid aus Näs im Kopf – und diesmal fühlte es sich richtig an.
Ronja und Lotta begannen, die Worte auf dem Anker laut vorzulesen.
Und plötzlich wurde es für einen Moment ganz still.
Denn das waren nicht einfach nur schöne Worte.
Sie waren wahr.
Worte über Fantasie, Mut, Wärme und Herzensfreude. Darüber, was Astrids Geschichten Kindern mitgegeben haben und bis heute mitgeben.
Nachdem wir gerade erst dort gewesen waren, wo Astrid selbst als Kind gespielt, gelacht, gelesen, geträumt und ihre ganz eigenen Abenteuer erlebt hatte, berührten uns diese Worte noch einmal ganz anders.
Wir hatten an diesem Tag gesehen, wo so vieles seinen Anfang genommen hatte.
Und nun standen wir an ihrem Grab und lasen Worte darüber, was davon bis heute geblieben ist.
Und hinter diesem Anker steckt übrigens selbst eine kleine Småland-Geschichte: Lina war ebenfalls in Småland unterwegs. Auf ihrem Instagram-Kanal Lina.Herzenslicht könnt ihr ihre Eindrücke und Erlebnisse rund um Michel, Pippi & Co. verfolgen.
Liebe Lina, danke, dass wir deinen Anker hier zeigen, deine Worte mit unseren Lesern teilen und dich in unserem Blog erwähnen dürfen. ❤️
Und was ist mit unseren Fragen?
Erinnert ihr euch noch an die Fragen, mit denen wir an diesem Nachmittag nach Näs gegangen waren?
"Wie war Astrid Lindgren eigentlich als Mensch?
Wie sah ihre eigene Kindheit hier in Vimmerby aus?
Wie viel von ihr selbst steckt in Pippi, Michel, Ronja, Lotta und all den anderen Figuren?
Und wie wurde aus dem Mädchen, das hier in Näs aufwuchs, eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen der Welt?"
Nach unserem Besuch in Näs und unserem zweiten Abstecher zum Friedhof hatten wir das Gefühl:
Wir hatten unsere Antworten bekommen.
„Wie war Astrid Lindgren eigentlich als Mensch?“
Diese Frage lässt sich wahrscheinlich gar nicht in ein paar Sätzen beantworten.
Aber nach diesem Tag hatten wir das Gefühl, Astrid ein kleines bisschen besser kennengelernt zu haben.
Wir lernten ein Mädchen mit unglaublich viel Fantasie kennen. Eines, das spielte, herumtobte, Unsinn machte, vor Gespenstern Angst hatte und trotzdem mutig genug war, sich dieser Angst zu stellen.
Doch das Leben blieb nicht so unbeschwert wie ihre Kindheit auf Näs. Astrid wurde erwachsen, verließ ihre vertraute Welt und machte Erfahrungen, die nicht immer leicht waren.
Und irgendwie ist es doch bei uns allen so: Wir werden erwachsen, erleben Schönes, aber auch Sorgen, Abschiede und Zeiten, die uns verändern.
Aber das Kind, das wir einmal waren, verschwindet nicht einfach.
Bei Astrid hatten wir nach diesem Tag ganz besonders dieses Gefühl. Die kleine Astrid aus Näs – neugierig, fantasievoll, mutig und manchmal ängstlich – scheint sie nie ganz verlassen zu haben.
Vielleicht konnte sie gerade deshalb etwas, das nur wenige Erwachsene wirklich schaffen:
Sie erinnerte sich daran, wie es sich anfühlt, ein Kind zu sein.
„Wie sah ihre eigene Kindheit hier in Vimmerby aus?“
Eigentlich hatten wir diese Antwort während unseres Rundgangs durch Näs überall gefunden.
Astrid selbst beschrieb ihre Kindheit später mit zwei Worten, die wohl kaum besser passen könnten:
Geborgenheit und Freiheit.
Sie wuchs gemeinsam mit ihren Geschwistern auf Näs auf, spielte, tobte, kletterte, erfand Abenteuer und hatte rund um den Hof eine riesige Welt zu entdecken.
Aber es bestand natürlich nicht alles nur aus Spielen. Näs war ein Bauernhof, auf dem viele Menschen lebten und arbeiteten – und auch die Kinder mussten mithelfen.
Dazwischen waren überall Geschichten. Geschichten, die erzählt wurden, Menschen mit ganz unterschiedlichen Charakteren – und schließlich die Bücher, die Astrid schon früh für sich entdeckte.
Nach unserem Besuch konnten wir uns die kleine Astrid hier jedenfalls ziemlich gut vorstellen:
Mittendrin in Näs, umgeben von ihrer Familie, ihren Geschwistern, jeder Menge Freiheit – und wahrscheinlich schon mit der nächsten Idee im Kopf.
„Wie viel von ihr selbst steckt in Pippi, Michel, Ronja, Lotta und all den anderen Figuren?“
Nach unserem Besuch in Näs würden wir sagen:
Wahrscheinlich steckt in ihnen allen ein kleines Stück von Astrids Welt.
Nicht jede Figur ist Astrid selbst. Aber überall begegnen einem Dinge, die sie kannte, erlebt oder geliebt hatte.
Da ist die Freiheit, die Kinder in ihren Geschichten haben. Der Mut, Dinge auszuprobieren. Jede Menge Unsinn, Fantasie und Abenteuer – aber auch Ängste, Freundschaft und das Gefühl, ernst genommen zu werden.
Und dann sind da die ganz konkreten Spuren ihrer Kindheit: Bullerbü, der Limonadenbaum, Spiele aus ihrer eigenen Kindheit oder Menschen von Näs, die später ihren Weg in ihre Geschichten fanden.
Eine Anekdote aus unserer Führung ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben: Auch Astrids eigene Mutter Hanna fand ihren Platz in ihren Geschichten – in Michels Mama.
Und genau solche kleinen Entdeckungen machten Näs für uns so spannend. Plötzlich waren die Geschichten nicht mehr nur Geschichten. Hinter manchen Figuren, Orten oder Erlebnissen steckte tatsächlich ein kleines Stück von Astrids eigener Welt.
Vielleicht steckt also gar nicht so sehr die eine Astrid in Pippi, Michel, Ronja oder Lotta.
Vielleicht steckt vielmehr ihre ganze Kindheit ein bisschen in ihnen allen.
„Und wie wurde aus dem Mädchen, das hier in Näs aufwuchs, eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen der Welt?“
Vielleicht begann auch das schon viel früher, als man denkt.
Mit dem kleinen Mädchen auf Näs, das Geschichten liebte, Bücher verschlang, seiner Fantasie freien Lauf ließ und die Menschen und Erlebnisse um sich herum ganz genau wahrnahm.
Viele Jahre später begann Astrid selbst Geschichten zu erzählen. Pippi Langstrumpf entstand zunächst für ihre Tochter Karin, die sich eine Geschichte über ein Mädchen mit diesem ungewöhnlichen Namen wünschte. Aus diesen Erzählungen wurde schließlich ein Buch – und aus Astrid Lindgren eine Autorin.
Was danach kam, hätte sich die kleine Astrid auf Näs wahrscheinlich selbst kaum vorstellen können.
Ihre Geschichten gingen hinaus in die Welt und wurden von Generationen von Kindern gelesen, vorgelesen und geliebt.
Und vielleicht haben wir gerade in Näs verstanden, warum.
Astrid musste ihre Geschichten nicht irgendwo suchen. Vieles davon trug sie längst in sich.
Die Menschen, mit denen sie aufgewachsen war. Die Freiheit ihrer Kindheit. Die Natur. Ihre Ängste und Abenteuer. Ihre Fantasie. Und dieses besondere Gespür dafür, wie Kinder denken und fühlen.
Aus dem Mädchen von Näs wurde eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen der Welt.
Aber vielleicht musste sie dafür die kleine Astrid nie ganz hinter sich lassen.
Ihr möchtet noch mehr über Astrid Lindgren und Näs erfahren?
Auf den offiziellen Seiten findet ihr noch viele weitere Geschichten, Hintergründe und Informationen:
Mehr über Astrid Lindgrens Kindheit:
Astrid Lindgren – Ihre Kindheit
Mehr über ihr Geburtshaus und Astrid Lindgrens Näs:
Astrid Lindgrens Näs – Das Geburtshaus
Unser Tipp: Wenn ihr einmal in Vimmerby seid, nehmt euch die Zeit für eine Führung durch das Geburtshaus. Für uns war es einer dieser Orte, die man danach mit ganz anderen Augen verlässt.
Im nächsten Blog …
Langsam heißt es für uns Hej då, Schweden. 💙💛
Mit unserer Weiterfahrt nach Gränna beginnt bereits der erste Teil unserer Rückreise – auch wenn wir uns zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht mit dem Gedanken anfreunden wollen, dass unser Schwedenabenteuer langsam zu Ende geht.
Aber vorher wartet noch einmal einiges auf uns:
Zuckerstangen, Polarexpeditionen und ein Campingplatz, der angeblich der beste in ganz Schweden sein soll. 😄
Ob er diesen Titel für uns wirklich verdient hat?
Das erzählen wir euch in Blog #15.
Kleine Bäuche, große Abenteuer
Familienreisen • Fruktosearme Rezepte • Alltag mit HFI
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