Wie so oft auf einer Reise vergingen die schönen Tage viel zu schnell. Nach dem Frühstück verstauten wir alles wieder in unserer Kleinen Freiheit, nahmen Abschied von Falsterbo und machten uns mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Löderups Strandbad.
Schon bei der Buchung hatte uns der Campingplatz neugierig gemacht. Direkt am Meer gelegen, versprach er traumhafte Ausblicke und einen der schönsten Sandstrände Südschwedens. Unsere Vorfreude war entsprechend groß.
Da an diesem Tag nur eine kurze Etappe vor uns lag, beschlossen wir, die Fahrt ganz entspannt anzugehen. Bevor wir den Campingplatz ansteuerten, legten wir noch einen Zwischenstopp in Smygehuk, dem südlichsten Punkt Schwedens, ein.
Zuerst erklommen wir den Leuchtturm und wurden mit einer herrlichen Aussicht über die Küste belohnt. Anschließend spazierten wir entlang des Meeres und entdeckten dabei alte Bunkeranlagen der sogenannten Per-Albin-Linie. Diese Verteidigungsanlagen wurden zu Beginn des Zweiten Weltkriegs entlang der schwedischen Südküste errichtet. Obwohl Schweden neutral blieb, bereitete sich das Land auf eine mögliche Invasion vor. Heute liegen die Bunker still zwischen Dünen und Küste und erinnern als stumme Zeitzeugen an diese bewegte Epoche der Geschichte.
Ein weiteres Highlight war das beeindruckende Kunstwerk „Vindens röst“ („Die Stimme des Windes“) direkt auf den Dünen. Der markante Torbogen aus Stein steht sinnbildlich für den Wind, der die Küste hier seit jeher prägt. Durch seine schlichte Gestaltung fügt sich das Kunstwerk harmonisch in die Landschaft ein und wirkt fast wie ein Fenster zur Ostsee. Als wir hindurchblickten, hörten wir das Rauschen der Wellen und spürten den frischen Wind – ein Moment, der perfekt zur Ruhe und Weite dieses besonderen Ortes passte. Wir blieben eine Weile stehen, ließen den Blick über das Meer schweifen und genossen einfach die Atmosphäre.
Natürlich durfte auch etwas Kulinarisches nicht fehlen. In einer kleinen Fischräucherei gönnten wir uns frische Fischbrötchen und ein leckeres Lachsbaguette. Zurück in unserer Kleinen Freiheit genossen wir unser Mittagessen ganz gemütlich. Genau diese einfachen Momente machen für uns den besonderen Charme einer Wohnmobilreise aus.
Gut gestärkt setzten wir unsere Fahrt fort und machten uns auf den Weg nach Löderups Strandbad. Schon bei der Buchung hatten uns die Bilder des Campingplatzes und des weitläufigen Sandstrandes begeistert. Entsprechend gespannt waren wir, ob dieser Ort unsere hohen Erwartungen erfüllen würde. Was uns dort erwartete, sollte sich jedoch als eine Mischung aus echter Begeisterung und kleiner Enttäuschung herausstellen.
Nachdem wir unseren Stellplatz bezogen hatten, führte uns unser erster Weg natürlich direkt ans Meer. Und was sollen wir sagen? Schon beim ersten Blick waren wir begeistert. Feiner, weißer Sand, glasklares Wasser und eine beeindruckende Weite – für uns einer der schönsten Strände unserer gesamten Schwedenreise. Das türkis schimmernde Wasser und die nahezu unberührte Küstenlandschaft erinnerten eher an den Süden als an die schwedische Ostseeküste.
Bei rund 25 Grad ließen wir den restlichen Tag ganz entspannt ausklingen. Die Kinder bauten Sandburgen, wir sprangen gemeinsam in die Ostsee und genossen die warme Sommersonne. Es waren genau diese unbeschwerten Stunden am Meer, die wir uns für unseren Schwedenurlaub erhofft hatten – einfach gemeinsam Zeit verbringen, den Alltag hinter uns lassen und den Moment genießen.
So begeistert wir von Strand und Landschaft waren, so schwer fiel es uns jedoch, mit dem Campingplatz warm zu werden. Er war deutlich lebhafter und unruhiger, als wir es uns vorgestellt hatten. Für viele Urlauber war das sicherlich genau das Richtige, doch wir hatten uns einen ruhigeren Ort gewünscht, an dem wir nach unseren Ausflügen entspannen konnten. Der traumhafte Strand konnte diesen Eindruck zwar etwas ausgleichen, ganz wohl fühlten wir uns dort aber trotzdem nicht.
Eigentlich hatten wir für den nächsten Tag einen Besuch bei Gunnarshögs Gård geplant. Dort wollten wir die bekannte Rapsölproduktion besichtigen und den Hof erkunden.
Doch schon bei unserer Ankunft am Campingplatz war uns aufgefallen, wie eng die Wege waren und wie schnell sich die Stellplätze füllten. Mit unserer Kleinen Freiheit war das Rangieren teilweise gar nicht so einfach. Wir wollten deshalb nicht riskieren, am Nachmittag auf einen überfüllten Campingplatz zurückzukehren und Schwierigkeiten zu haben, wieder auf unseren Stellplatz zu gelangen.
Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns deshalb für einen spontanen Planwechsel. Anstatt mit dem Wohnmobil loszufahren, schnürten wir unsere Wanderschuhe und machten uns zu Fuß entlang der Küste auf den Weg in Richtung Sandhammaren. Rückblickend war genau diese spontane Entscheidung eine der besten, die wir auf unserer Reise getroffen haben.
Die Wanderung entlang der Küste war ein echtes Highlight. Das Rauschen der Ostsee, der feine Sand unter unseren Füßen und die frische Meeresluft begleiteten uns auf jedem Schritt. Immer wieder blieben wir stehen, ließen den Blick über das glasklare Wasser schweifen und genossen die beeindruckende Weite der Landschaft. Ronja und Lotta nutzten den frischen Ostseewind, um ihre Drachen steigen zu lassen. Sie liefen lachend über den Strand, während die bunten Drachen hoch über den Dünen tanzten. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie wenig es manchmal braucht, um einfach glücklich zu sein. Die Küste rund um Sandhammaren beeindruckte uns mit ihrer natürlichen Schönheit und ihrer besonderen Ruhe – ein Ort, an dem man den Alltag ganz automatisch hinter sich lässt.
Für den Rückweg entschieden wir uns für eine andere Route. Sie führte uns über die Dünen hinein in einen kleinen Wald. Schon nach wenigen Schritten änderte sich die Stimmung: Statt des Rauschens der Ostsee umgab uns die ruhige, fast mystische Atmosphäre des Waldes.
Er hatte seinen ganz eigenen Charme. Verwunschene Wege, dichter Bewuchs und das Spiel von Licht und Schatten ließen ihn fast wie eine kleine Wildnis wirken. Es fühlte sich an, als würden wir mitten durch die schwedische Natur wandern – weit weg vom Alltag und ganz im Moment.
Manchmal sind es gerade die spontanen Planänderungen, die einen Urlaub unvergesslich machen. Auch wenn wir Gunnarshögs Gård dieses Mal nicht besucht haben, würden wir diese Wanderung nach Sandhammaren jederzeit wieder wählen. Die unberührte Natur, das Rauschen der Ostsee und die gemeinsame Zeit machten diesen Tag zu etwas ganz Besonderem.
Am Abend saßen wir noch lange vor unserer Kleinen Freiheit zusammen und ließen den Tag Revue passieren. Dabei sprachen wir auch darüber, wie unsere Reise weitergehen sollte. Eigentlich wollten wir von Löderups Strandbad direkt nach Kosta fahren. Doch weil wir uns auf dem Campingplatz nicht wirklich wohlfühlten, entschieden wir uns spontan, unsere Route zu ändern und die Strecke in zwei entspannte Etappen aufzuteilen.
Ich stöberte noch ein wenig in Google Maps und ließ mich zusätzlich von Park4Night inspirieren. Dabei entdeckte ich Kollevik. Schon die ersten Bilder der vorgelagerten Schären, der roten Granitfelsen und der traumhaften Küstenlandschaft begeisterten mich sofort.
Kurzerhand buchte ich einen Stellplatz – und tatsächlich klappte es. Unser nächstes Reiseziel stand fest. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir allerdings noch nicht, dass genau diese spontane Entscheidung zu einem der schönsten Reiseabschnitte unseres gesamten Schwedenabenteuers werden würde.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns etwas früher als ursprünglich geplant von Löderups Strandbad und machten uns auf den Weg in Richtung Kollevik. Schon nach den ersten Kilometern fühlte sich die Entscheidung richtig an. Die Vorfreude auf den neuen Campingplatz wuchs mit jedem Kilometer.
Bevor wir unser Ziel erreichten, legten wir jedoch noch einen Zwischenstopp in dem idyllischen Küstenort Åhus ein. Dort erwarteten uns nicht nur ein wunderschöner Hafen und gemütliche Gassen, sondern auch einige Überraschungen, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Mehr dazu erzählen wir euch im nächsten Teil unseres Schwedentagebuchs.
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