1.Tag - Dinkelsbühl und die ersten Schweden-Vibes
Endlich war es so weit – unsere Kleine Freiheit rollte los. Wochenlang hatten wir geplant, gepackt und uns auf diesen Moment gefreut. Jetzt konnte unser großes Schwedenabenteuer endlich beginnen.
Unsere erste Etappe führte uns nach Dinkelsbühl, wo wir auf einem kleinen Stellplatz hinter einem Friedhof übernachteten. Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die wunderschöne Altstadt.
Schon bei unserer Ankunft herrschte überall eine ganz besondere Stimmung. Die Straßen und Gassen waren festlich geschmückt, an vielen Häusern hingen schwedische Fahnen und überall begegneten uns Menschen in historischen Gewändern. Schnell wurde uns klar: In Dinkelsbühl fand gerade die Kinderzeche statt.
Neugierig machten wir uns auf den Weg durch die Altstadt und erfuhren mehr über die Geschichte dieses besonderen Festes. Die Kinderzeche geht auf ein altes Kinder- und Heimatfest zurück und erinnert an eine Sage aus dem Jahr 1632. Während des Dreißigjährigen Krieges sollen die Kinder der Stadt den schwedischen Truppen entgegengegangen sein und so Dinkelsbühl vor Zerstörung bewahrt haben. Bis heute wird diese Geschichte jedes Jahr mit einem historischen Festspiel, Umzügen und vielen liebevollen Traditionen lebendig gehalten. Seit 2016 gehört die Kinderzeche sogar zum Immateriellen Kulturerbe Deutschlands.
Für uns war das ein besonderer Start in unseren Urlaub. Ausgerechnet auf dem Weg nach Schweden tauchten wir unwissentlich, schon am ersten Reisetag in eine Geschichte ein, in der Schweden eine wichtige Rolle spielt. Zwischen den vielen Fahnen, den historischen Kostümen und der besonderen Atmosphäre kamen bei uns bereits die ersten Schweden-Vibes auf – auch wenn wir von der schwedischen Grenze noch ein gutes Stück entfernt waren.
Am Abend wartete dann noch ein besonderes Highlight auf uns: Gemeinsam nahmen wir an einer Nachtwächterwanderung teil. Während wir durch die historischen Gassen spazierten, erzählte der Nachtwächter spannende Geschichten aus vergangenen Zeiten. Die Kinder hörten aufmerksam zu und auch wir Erwachsenen waren begeistert.
Genau solche Zwischenstopps machen unsere Reisen mit dem Wohnmobil so besonders. Es geht nicht nur darum, möglichst schnell anzukommen. Es geht darum, unterwegs Erinnerungen zu sammeln.
💚 Wusstet ihr schon?
Während wir durch die Altstadt schlenderten, erfuhren wir noch eine weitere spannende Geschichte: Der Dichter des Weihnachtsliedes „Ihr Kinderlein, kommet“, Christoph von Schmid, wurde hier in Dinkelsbühl geboren. Schon verrückt, welche Geschichten und Persönlichkeiten man auf einer Reise ganz nebenbei entdeckt.
Dinkelsbühl hat uns gleich am ersten Reisetag überrascht – mit einer bewegenden Geschichte, einem besonderen historischen Fest und einem kleinen Stück deutscher Kulturgeschichte. Ein schönerer Start in unser Schweden-Tagebuch hätte es kaum sein können. 💚
2. Tag – Ein entspannter Zwischenstopp in Kassel 🚐💚
Nach unserer ersten Nacht in Dinkelsbühl ging es für uns weiter Richtung Kassel. Auch wenn dieser Tag hauptsächlich aus Autofahren bestand, verging die Zeit wie im Flug. Mit Spielen, Gesprächen und der Vorfreude auf das Wiedersehen mit meiner ehemaligen Kollegin aus der Lehrzeit, wurde auch dieser Fahrtag zu einem schönen Teil unseres Urlaubs.
Direkt vor dem Campingplatz angekommen, gönnten wir uns erst einmal eine kleine Mittagspause. Nach den ersten Reisetagen tat ein kurzes Schläfchen richtig gut und wir konnten entspannt in den Nachmittag starten.
Nach dem Check-in auf dem Campingplatz hieß es zunächst: duschen, frisch machen und die letzten Vorbereitungen treffen. Denn am Abend stand ein Wiedersehen mit meiner ehemaligen Kollegin Nicole, mit der ich gemeinsam meine Lehre gemacht habe, und ihrem Mann auf dem Programm. Nach 20 Jahren freuten wir uns auf ein Wiedersehen.
Gemeinsam spazierten wir entlang der Fulda zum Pfannkuchenhaus. Ehrlich gesagt waren wir anfangs etwas skeptisch, ob wir dort wirklich richtig sind. Doch schon nach den ersten Minuten waren alle Zweifel verschwunden.
Wir wurden mit unglaublich leckerem Essen, einem herzlichen Service und einer gemütlichen Atmosphäre überrascht. Noch schöner waren aber die vielen Gespräche. Gemeinsam ließen wir Erinnerungen an unsere Lehrzeit aufleben, lachten viel und genossen den Abend in vollen Zügen.
Genau solche Begegnungen machen eine Reise für uns besonders. Es sind nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, sondern vor allem die Menschen, die man trifft, und die gemeinsamen Momente, die in Erinnerung bleiben.
Mit vielen schönen Eindrücken ging es anschließend zurück zum Campingplatz. Morgen wartet schon die nächste Etappe – und Schweden rückt wieder ein Stück näher. 🇸🇪✨
3. Tag – Manchmal kommt es anders als geplant 🚐🌿
Eigentlich hatten wir für diesen Tag nur ein Ziel: bis Soltau fahren und dort die Nacht verbringen. Doch wie so oft auf Reisen kam alles ein bisschen anders.
Während der Fahrt beschlossen wir ganz spontan, noch ein Stück weiterzufahren. So landeten wir schließlich in der wunderschönen Lüneburger Heide – genauer gesagt im Brunautal am idyllischen Brunausee.
Mittlerweile lagen bereits rund 800 Kilometer hinter uns. Trotzdem fühlte sich die Reise überhaupt nicht anstrengend an. Im Gegenteil – mit jedem Kilometer wuchs unsere Vorfreude auf Schweden.
Schon bei unserer Ankunft wussten wir: Diese spontane Entscheidung war genau die richtige. Nach den vergangenen Fahrtagen tat es richtig gut, einfach anzukommen und den Urlaub zu genießen.
Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, im Brunausee eine Runde baden zu gehen. Die Abkühlung war herrlich und genau das Richtige bei den sommerlichen Temperaturen. Anschließend erkundeten wir ein Stück des Heidewanderwegs und entdeckten dabei sogar einige Heidschnucken – ein echtes Highlight, denn diese typischen Bewohner der Lüneburger Heide hatten wir bisher nur von Bildern gekannt.
Zurück am Wohnmobil ließen wir den Nachmittag entspannt ausklingen. Am Abend wurde der Grill angeheizt und wir genossen gemeinsam unser Abendessen. Während die Sonne langsam unterging, saßen wir noch lange zusammen und ließen den Tag gemütlich ausklingen.
Manchmal sind es eben genau die ungeplanten Stopps, die eine Reise unvergesslich machen. Das Brunautal mit dem Brunausee wird für uns auf jeden Fall in schöner Erinnerung bleiben.
Morgen geht es weiter Richtung Fehmarn – der letzte Stopp in Deutschland, bevor unser großes Schwedenabenteuer richtig beginnt. 🇸🇪💚
4. Tag – Auf nach Fehmarn 🚐🌊
Nach einer erholsamen Nacht im Brunautal machten wir uns auf den Weg Richtung Fehmarn. Die Vorfreude war riesig, denn wir wussten: Morgen geht es endlich nach Schweden!
Ganz so entspannt verlief der Tag dann allerdings nicht. Je näher wir Fehmarn kamen, desto größer wurde die Frage: Wo verbringen wir eigentlich die Nacht?
Wir telefonierten einen Campingplatz nach dem anderen ab, doch überall bekamen wir dieselbe Antwort – ausgebucht. Langsam wurden wir etwas nervös. Unser Plan war es, möglichst in der Nähe der Fähre zu übernachten, allerdings wollten wir auch nicht direkt auf dem Fährparkplatz stehen.
Zum Glück fanden wir schließlich doch noch einen Stellplatz hinter dem Schmetterlingshaus in Burg auf Fehmarn. Nicht weit von der Fähre entfernt und trotzdem deutlich ruhiger als der Wartebereich am Hafen. Manchmal braucht es eben etwas Geduld – und am Ende findet sich doch eine gute Lösung.
Am Nachmittag besuchten wir das Schmetterlingshaus. Bei dem Regen, der draußen herunterprasselte, war das genau die richtige Entscheidung. Zwischen tropischen Pflanzen flatterten unzählige Schmetterlinge in den verschiedensten Farben und Größen umher. Es war faszinierend, sie aus nächster Nähe zu beobachten. „Besonders spannend fanden wir den Leguan, der ganz entspannt zwischen den Pflanzen saß. Auch die vielen bunten Fische und die Wasserschildkröten, die sich von den zahlreichen Besuchern überhaupt nicht stören ließen, begeisterten uns.“
Am Abend kehrten wir noch in einen kleinen Fischimbiss ein. Mama entschied sich für einen leckeren Ostseeteller, Papa blieb lieber auf der sicheren Seite und bestellte ein Schnitzel. Ronja wählte – wie so oft – Chicken Nuggets mit Pommes, denn die gehen einfach immer. Und Lotta? Die entschied sich tatsächlich für Fischstäbchen – passender hätte das Abendessen an der Ostsee kaum sein können.
Zurück an unserer Kleinen Freiheit ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Die Aufregung war inzwischen kaum noch auszuhalten, denn am nächsten Morgen würden wir endlich auf die Fähre fahren. Nach vier Reisetagen und vielen hundert Kilometern war der große Moment endlich zum Greifen nah.
Morgen heißt es: Leinen los – auf nach Schweden! 🇸🇪💚
5. Tag – Endlich geht es nach Schweden! 🇸🇪🚐
Heute war es endlich so weit – der Tag, auf den wir uns seit Monaten gefreut hatten. Unsere Fähre sollte erst gegen Mittag ablegen, deshalb starteten wir den Morgen ganz entspannt.
Zuerst versorgten wir unsere Kleine Freiheit und entsorgten das Abwasser. Danach ging es noch schnell einkaufen, denn in den vergangenen Nächten hatten wir gemerkt, dass es für die Kinder etwas zu kühl geworden war. Also besorgten wir noch kuschelige Decken, damit die nächsten Nächte etwas gemütlicher werden. Anschließend tankten wir noch einmal, bevor wir uns auf den Weg zum Fährhafen machten.
Dort angekommen, war noch genügend Zeit bis zum Boarding. Gemeinsam mit Libby spazierten wir deshalb noch ans Meer und genossen die frische Ostseeluft. Für Ronja und Lotta war es der erste bewusste Blick aufs Meer – ein ganz besonderer Moment. Die unendliche Weite, das Rauschen der Wellen und die salzige Meeresluft beeindruckten die beiden sichtlich. Es war schön, diesen Augenblick gemeinsam erleben zu dürfen.
Danach entdeckten wir den Border Shop, der wie ein großes Schiff direkt am Hafen gebaut ist. Natürlich durfte ein kleiner Duty-free-Einkauf nicht fehlen. Es machte richtig Spaß, durch die Regale zu schlendern und sich schon ein bisschen auf den Urlaub einzustimmen.
Besonders beeindruckt waren wir von den Einkaufswagen vieler skandinavischer Reisender. Sie waren bis oben hin mit Bier und anderen Getränken gefüllt. Da mussten wir schon schmunzeln. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir das noch gar nicht richtig einordnen. Jetzt, wo wir bereits einige Zeit in Schweden unterwegs sind, verstehen wir es etwas besser. Trotzdem finden wir persönlich die Bierpreise hier gar nicht so hoch, wie wir es vorher erwartet hätten.
Dann war es endlich so weit: Wir durften auf die Fähre fahren. Schon das Auffahren war ein Erlebnis. Zu beobachten, wie sich Wohnmobile, Autos und Lastwagen nach und nach im riesigen Bauch des Schiffes einreihten, war beeindruckend.
Als die Fähre langsam den Hafen verließ, entdeckten wir an der Neuen Schwedenmole auf Fehmarn viele Menschen, die den auslaufenden Fähren zuwinkten.
In diesem Moment musste ich sofort an das Buch „Schweden für Anfänger“ denken, das mir meine Mama vor unserer Reise geschenkt hatte. Genau diese Szene wurde darin beschrieben – Menschen, die an der Mole stehen und den Fähren nach Schweden nachwinken.
Und plötzlich war ich selbst mittendrin. Das hat mich unglaublich berührt. Aus einer Geschichte, die ich zuvor nur gelesen hatte, wurde auf einmal Wirklichkeit. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, dass unser lang ersehntes Schwedenabenteuer nun wirklich begonnen hatte.
Während der Überfahrt suchten wir uns einen Platz auf dem Außendeck. Dort war es angenehm und wir genossen den Blick auf die Ostsee. Die Fähre hatte allerdings ordentlich Wellengang. Draußen war das Schaukeln kaum zu spüren, doch sobald man ins Innere des Schiffes ging, merkte man die Wellen deutlich. Zum Glück haben wir die Überfahrt alle gut vertragen und konnten die Fahrt entspannt genießen.
Als sich die Fähre langsam Dänemark näherte, stieg die Vorfreude noch einmal. Nach der Ankunft ging es direkt weiter Richtung Öresundbrücke. Mit jedem Kilometer rückte unser Ziel näher, bis schließlich das ersehnte Schild vor uns auftauchte:
🇸🇪 Välkommen till Sverige! 🇸🇪
Ein ganz besonderer Moment, den wir sicher nie vergessen werden. Nach Monaten der Planung, vielen Vorbereitungen und einer rund 1.300 Kilometer langen Anreise waren wir endlich in Schweden angekommen.
Unser erstes Ziel war Falsterbo. Dort richteten wir uns auf dem Campingplatz ein und ließen den Abend glücklich ausklingen. Endlich war das Abenteuer, auf das wir uns so lange gefreut hatten, Wirklichkeit geworden.
Hej Sverige – jetzt können die großen Abenteuer beginnen! 💙💛
Mit der Ankunft in Falsterbo beginnt für uns der eigentliche Schwedenurlaub. Die lange Anreise liegt hinter uns – jetzt freuen wir uns darauf, Schweden Stück für Stück zu entdecken.
In den nächsten Wochen reisen wir weiter durch Südschweden, erleben viele kleine und große Abenteuer und nehmen euch natürlich mit. Freut euch auf unsere nächsten Blogbeiträge – wir erzählen euch von unseren Erlebnissen, besonderen Begegnungen und den schönsten Orten unserer Reise. 🇸🇪🚐💚
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